



Alter-Hasen-Treff
Übergang
vom Kindergarten in die Grundschule
Kooperation
der Süderbergschule, des Ev. Kindergartens Birkenlund und der
DRK-Kindertagesstätte in Hilter
Liebe Eltern der zukünftigen
Schulkinder,
seit Februar 2009 treffen
sich Lehrerinnen der Süderbergschule und Erzieherinnen der
DRK-Kindertagesstätte und des evangelischen Kindergartens Birkenlund
regelmässig in einer Kooperationsgruppe, um den Übergang vom Kindergarten in
die Grundschule fließend zu gestalten.
Wir haben uns in dieser
Gruppe Gedanken gemacht, welche Voraussetzungen Kinder mitbringen sollten und
welche Fördermöglichkeiten sinnvoll sind, um gut in der Schule zurechtzukommen.
In der Vorbereitung auf die
Schule hat der Kindergarten einen eigenständigen Bildungsauftrag. Dabei dient
die gesamte Zeit im Kindergarten der Entwicklung der Kinder, auch im Hinblick
auf ihre Schulfähigkeit. Die adäquate Arbeitsform dieser Altersstufe ist dabei
das Spiel. Die Kinder lernen im und durch das Spiel. Auch die Förderung der Kinder
im letzten Jahr vor der Schule ist darauf abgestimmt.
Auf den folgenden Seiten
haben wir die einzelnen Teilbereiche der Schulfähigkeit aufgelistet. Dabei
werden bei keinem Kind alle Bereiche gleich stark entwickelt sein. Jedes Kind
hat seine Stärken und Schwächen und muss individuell gesehen werden.
Möglichkeiten der Förderung
der Kinder haben wir den Teilbereichen der Schulfähigkeit zugeordnet, um
Anregungen zu geben, wie Kinder vor der Schule unterstützt und gefördert werden
können.
Wir wünschen Ihrem Kind einen
schönen und erfolgreichen Weg in die Schule.
Folgende 4 Bereiche
sind uns wichtig:
1. Motorischer Bereich (Handlungsebene)
2. Emotionaler Bereich (Gefühlsebene)
3. Sozialer Bereich (Soziale
Ebene)
4. Kognitiver Bereich (Bereich
des Wissens und Denkens)
1) Motorischer Bereich
·
Ihr
Kind kann sein eigenes Bewegungsverhalten angemessen einer Situation anpassen.
·
Ihr
Kind kann grundlegende grob- und feinmotorische Fähigkeiten bewusst einsetzen.
·
Ihr
Kind hat ein gutes Reaktionsvermögen.
·
Ihr
Kind verfügt über eine angemessene Körperwahrnehmung
·
Ihr
Kind kann sich sicher und frei bewegen und spielen.
Beispiele zur Förderung des motorischen Bereiches:
·
Brot
schneiden, malen, Schuhe zubinden, Getränke eingießen, Flaschen öffnen,
selbstständiges An- und Ausziehen.
·
Ball
spielen, werfen, fangen
·
Matschen,
kleistern, kneten (ohne Angst, sich schmutzig zu machen), Barfußlaufen,
verschiedene Materialien erfahren lassen (weich, kratzig, glibberig, glatt,
rau), Knöpfe und Reißverschlüsse öffnen und schließen, schneiden, malen,
kleben, einfache Figuren ausschneiden
·
Waldspaziergänge,
mit Laub spielen, Walderlebnisse, Roller fahren, Hüpfkästchen, Seilspringen,
schaukeln, klettern (auf Bäume etc.), Gummitwist
2)
Emotionaler
Bereich
·
Ihr Kind ist emotional ausgeglichen.
·
Ihr Kind besitzt eine ausreichende Belastbarkeit.
·
Ihr Kind kann seine Gefühle wie z.B. Angst – Wut –
Trauer – Freude zeigen.
·
Ihr Kind kann Neugierde angemessen zeigen:
Lernfreude – Anstrengungsbereitschaft.
·
Ihr Kind hat Vertrauen in das eigene Tun und in die
eigene Person. (Ic
Die
beste Unterstützung bieten Sie Ihrem Kind, wenn Sie …
·
… es annehmen, loben und lieben, so wie es ist.
·
… ihm viel Zeit von sich schenken.
·
… ihm Zeit für seine Entwicklung lassen und es
nicht
mit anderen vergleichen.
·
… es mit seinen Fragen und Interessen ernst nehmen.
·
… sein Spiel wertschätzen und viel mit ihm spielen.
·
… es zur Selbstständigkeit erziehen und ihm
Verantwortung zutrauen.
·
… ihm ein Mitspracherecht bei kleineren
Entscheidungen zugestehen.
·
… jegliche Form der Gewalt unterlassen;
auch „lautlose“ Gewalt
wie z.B. abfällige, ironische oder sarkastische Bemerkungen, Bloßstellungen,
Gespräche
über das Kind in seinem Beisein,
Unter- und
Überforderungen.
·
… seine Wahrnehmungsfähigkeit durch ein ruhiges
Umfeld fördern, ohne optische
und akustische Reizüberflutung.
·
… dem Tag/der Woche Struktur geben durch feste
Rituale
und zuverlässige Erwachsene.
·
… ihm vielfältige Bewegungsmöglichkeiten bieten.
Reflektieren Sie jeden Tag kurz mit ihrem Kind die Ereignisse des Tages. Was
war gut? Was war schlecht?
3) Sozialer Bereich
·
Ihr
Kind nimmt Kontakt zu anderen Menschen auf.
·
Ihr
Kind kann sich von vertrauten Personen lösen.
·
Ihr
Kind kann sich in eine Gruppe einfügen.
·
Ihr
Kind kann sich selbstständig behaupten.
·
Ihr Kind kann eigene Gefühle – Wünsche –
Bedürfnisse wahrnehmen und benennen.
·
Ihr Kind kann die Gefühle – Wünsche –
Bedürfnisse anderer wahrnehmen und
benennen.
·
Ihr
Kind kann sich an Abmachungen/Vereinbarungen und Regeln halten.
·
Ihr
Kind fühlt sich in der Gruppe angesprochen, ohne selbst angesprochen zu werden.
·
Ihr
Kind kann Konflikte angemessen aushalten und lösen.
·
Ihr
Kind kann anderen zuhören.
·
Ihr
Kind kann andere aussprechen lassen.
·
Ihr
Kind kann Verabredungen treffen und gestalten.
·
Ihr
Kind kann mit Freude und Enttäuschung angemessen umgehen.
Als Eltern geben Sie die beste
Unterstützung, indem …
·
…
Sie Ihrem Kind Grenzen setzen.
·
…
Sie auf Einhaltung der Regeln achten.
·
…
Sie Konflikte mit Ihrem Kind aushalten. (Konflikte sind
nicht schlimm!!!)
·
…
Sie gemeinsam mit Ihrem Kind nach Lösungen
suchen.
·
…
Sie sich gegenseitig zuhören und aussprechen
lassen.
·
…
Sie Blickkontakt zu Ihrem Kind halten.
·
…
Sie sic
und auch das Kind nicht unterbrechen.
·
…
Sie regelmäßig Zeiten finden, in denen Gespräche
mit Ihrem Kind
stattfinden, z.B. nach dem
Abendessen
(Tagesrückblick).
·
…
Sie als Eltern alle Erwartungen selber erfüllen, die Sie an Ihr Kind haben.
4) Kognitiver Bereich
·
Ihr
Kind kann Informationen wahrnehmen und wiedergeben.
·
Ihr
Kind verfügt über Konzentration und Ausdauer.
·
Ihr
Kind kann Reize herausfiltern und sich längere Zeit auf eine
Sache konzentrieren.
·
Ihr
Kind kann sich Gelerntes merken und wiedergeben.
·
Ihr
Kind beteiligt sich aktiv am Gespräch.
·
Ihr
Kind kann sich in ganzen Sätzen ausdrücken.
·
Ihr
Kind kann Erlebtes zusammenhängend wiedergeben.
·
Ihr
Kind kann Handlungsabläufe planen und umsetzen.
Es kennt Rituale und den Tagesablauf der Familie.
·
Ihr
Kind kann Aufträge behalten und ausführen.
·
Ihr
Kind kennt Zahlen und kann Mengen zuordnen.
Beispiele zur Förderung des kognitiven
Bereiches:
·
Lieder
singen, Reime sprechen, Sprüche aufsagen, Fingerspiele spielen, Abzählverse
vorsprechen, Brettspiele, Gesellschaftsspiele und Würfelspiele spielen (evtl.
Spielregeln vom Kind erklären lassen)
·
Bilderbücher
anschauen (vorlesen, erzählen, das Kind erzählen lassen), Suchbilderbücher
(Gegenstände finden und benennen)
·
Tisch
decken lassen (Was und wie viel brauche ich jeweils?), Kaufmannsladen spielen
(teilen, zuordnen, sortieren), im Sand bauen (Sandburg), mit Bauklötzen bauen
·
Kind
am Einkauf beteiligen, Blumen gießen
·
Sortieren,
zuordnen, beim Einkaufen abwiegen lassen, Sammeln von Dingen (Wie viel hast du
von … ?), Perlenketten aufziehen
…. und
viele Ihrer eigenen Ideen!